Sitzenbleiben wegen 12,5 Prozent Sport
In der elften Klasse hatte ich schon durch häufige Abwesenheiten Lehrer- und Mitschülerschaft gegen mich aufgebracht, die mir jedoch immer wieder auszugleichen gelungen war. Am Ende der Jahrgangsstufe 12, wie das ja hieß, haben sie mich aber drangekriegt. Ich hatte mich verrechnet. Der Sportunterricht, den ich ja immer schon gehasst hatte, war nämlich von irgendeinem sehr wichtigen Beamten im überaus wichtigen Ministerium in Einzel- und Mannschaftssport aufgeteilt worden. Wir sollten beides machen, weil es ja nicht geht, dass einer nur läuft oder schwimmt, aber keinen rechten Teamgeist entwickelt. In der Folge waren nun nicht mehr 25% Abwesenheiten aufs Ganze erlaubt, sondern nur noch je 12,5%. Was bei insgesamt 18 Wochen auf neun Doppelstunden berechnet wurde, von denen auch noch wegen irgendwelcher Himmelfahrten ein oder zwei ausgefallen waren. Bei acht blieb genau eine erlaubte Abwesenheit übrig, bei sieben gar keine, jedenfalls nicht die beiden, welche ich mir im Volleyball erlaubt hatte. Bin kein Mannschaftstyp, habe auch Angst vor Bällen, die auf mich zusausen, und vor dem Geschrei der anderen, wenn ich wieder irgendwas versägt habe. Kurz: In Sport war es nicht möglich, mir eine Note zu geben und ich hätte die zwölfte wiederholen müssen, wenn nicht unser großartiger Fritz Achelpöhler mich auf die Existenz der Nichtschülerreifeprüfung hingewiesen hätte. Da meldete man sich an, ging hin und machte das. Sport war nicht dabei.
Dies war, nach meiner Zwergschulerfahrung, der zweite glückliche Moment in meiner Schul- oder Nichtschullaufbahn.
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